Kunstbücher Stilleben
Stile & Epochen

Die Geschichte des Stillebens.

Von Sybille Ebert-Schifferer, Vlg. Hirmer 1998, 418 Seiten mit 342 Abbildungen, davon 284 in Farbe. 27 x 32,5 cm. Leinen,
ISBN 3-7774-7890-3

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In dieser ersten epochen- und länderübergreifenden Gesamtschau der Stillebenmalerei erschließt ein fundierter Text Entwicklung und Varietät der Gattung im Kontext der Kunst- und Kulturgeschichte. Durch die malerische Brillanz der Bilder ein prachtvolles Schauerlebnis!
Stilleben gehören zu den bei Museumsbesuchern beliebtesten, bei Sammlern begehrtesten und im Handel teuersten Kunstwerken. In den letzten Jahrzehnten hat die von jeher große Popularität der Bilder endlich auch ein entsprechendes Echo in der Fachwelt gefunden, das sich in zahlreichen Ausstellungen und Publikationen zu einzelnen thematischen, regionalen oder künstlermonographischen Publikationen manifestierte. Auf der Grundlage dieses aktuellen Wissensstandes wird hier erstmals eine die europäischen Länder sowie die Vereinigten Staaten umfassende Geschichte der Stillebenmalerei von der Antike bis in die Gegenwart vorgelegt. Ähnlich wie das Porträt löst sich das Stilleben allmählich aus dem Kontext religiöser Thematik und des neuen naturwissenschaftlichen Interesses. Um 1600 vollzieht sich beinahe schlagartig die Emanzipation zum autonomen Kunstwerk: als Medium ästhetischen Genusses und geistiger Kontemplation, als moralisierendes Sinnbild oder Reflex bürgerlicher oder aristokratischer Lebensführung mit dekorativer Funktion. Das Kunststück besteht darin, die Natur des Sujets täuschend echt wiederzugeben oder mit malerischen Mitteln neu zu formulieren. Dabei erweisen sich die gedeckten Tische, Blumen und Früchte, Küchen- und Marktstücke über ihre sinnlichen Qualitäten hinaus als eine reiche Quelle der Kultur- und Sozialgeschichte, die uns viel über Geschmack und Lebensgewohnheiten und deren Wandel erzählen können. Was die künstlerische Bedeutung der Gattung betrifft, so sollte gerade das simple Sujet des »stillen Lebens« zum malerischen Experimentierfeld werden – man denke nur an Cézannes Äpfel ! – und auch im 20. Jahrhundert immer wieder eine programmatische Rolle bei den neuen Konzepten der Avantgarden spielen. Indem der Text die Bilder in den komplexen Zusammenhängen der Kunst- und Kulturgeschichte vorstellt und interpretiert, vermittelt er dem Leser und Betrachter jenes visuelle und intellektuelle Vergnügen, das ihren Reiz ausmacht: 296 exemplarische Werke aus Museen und Privatsammlungen in aller Welt sind entsprechend der chronologischen und geographisch untergliederten Kapitelfolge vollständig, überwiegend in Farbe und ganzseitig abgebildet und ergänzt um zahlreiche Ausschnitte, die den augentäuschenden Effekt der Feinmalerei zur Geltung bringen. Alle Farbbilder werden von einem separaten Legendentext begleitet und sind damit auch separat »lesbar«. Nicht zuletzt die umfassende Bibliographie im Anhang macht den Band zum Standardwerk. Sybille Ebert-Schifferer ist Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden und Präsidentin des Deutschen Kunsthistorikerverbandes. Hirmer



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