Kunstbuch Markus Lüpertz
Kunstbücher

Markus Lüpertz.
von Siegfried Gohr, Vlg: DuMont 2002, 320 S. mit 239 farb. Abb., 30,5 x 29,5 cm, geb, ISBN 3-8321-7000-6
In der Öffentlichkeit präsentiert sich Markus Lüpertz gern in der Rolle des exzentrischen Malers, der sich nicht scheut, seinen eigenen Geniekult zu betreiben. Wenn man jedoch den Entwicklungswegen seines Œuvres nachgeht, erhält diese elegante Dandy-Attitüde Ergänzung und Korrektur durch eine antibürgerliche Haltung rigoroser künstlerischer Souveränität, weshalb Lüpertz heute zu den bedeutendsten Repräsentanten zeitgenössischer Kunst in Deutschland gehört. Siegfried Gohr untersucht ein Werkpanorama, das seit den ersten Bildern der Jahre 1962/63 und seit den berühmt gewordenen Dithyramben mit großer Subtilität die Klaviatur der Stilmodi aus Tradition und Moderne zu nutzen verstanden hat. Den Stil- und Motivgenesen folgend, liefert Gohr gerade zu ein Modellbeispiel dafür, wie man in intelligenter und doch zugleich spannend nachvollziehbarer Form die Lesbakeit von Bildern aus ihrer Chronologie und mit ihren vielschichtigen Kontexten betreiben kann. Die bisher häufig unverständlich gebliebenen Mutationen, die Lüpertz in zeitlich auseinander liegenden Bildfindungen an bestimmten Motiven vornimmt, lassen sich auf diese Weise in ihrer jeweils gewandelten Malhaltung nachvollziehen. So erschließt Gohr dem Leser das Stil-Phänomen bei Lüpertz als »Modus einer Wahrnehmung«, in der das Künstler-Ich mit der Komplexität der zeittypischen Wirklichkeit kommuniziert, zugleich aber die Distanz der Reflexion einnimmt. DuMont


bestellen

Markus Lüpertz.
Hrsg. Siegfried Gohr, Vlg: Hirmer, 1997, 238 Seiten,
150 Abbildungen, davon 136 farbig, 23 x 31 cm, Leinen,
ISBN 3-7774-7570-X
39,88 Euro
bestellen
Um 1960 begann in Deutschland eine Generation von Künstlern neue Vorstellungen und Strategien zu entwickeln, die das Ende der unmittelbaren Nachkriegszeit signalisierten. In Berlin entstanden um Markus Lüpertz (geb. 1941) Werke, die einen Bruch mit der vorherrschenden Abstraktion bedeuten. Er schuf aus einer komplexen Reflexion der Situation des Künstlers nach dem Krieg ein Werk, das die Freiheit des Künstlers genauso behauptet wie die Poesie der Malerei, Positionen, die damals unter der mächtigen Welle der Pop Art unterzugehen drohten. Wesentliche Orientierung schaffen die von Lüpertz selbst eingeführten Begriffe wie >Dithyrambische Malerei< für die Jahre von 1964 und 1974 und >Stil-Malerei< für die Zeit bis um 1982. Während der letzten 15 Jahre entstanden Bilder, die sich mit antiken Themen, mit Poussin, Corot und anderen Positionen der Kunstgeschichte auseinandersetzten. Um 1990 begann der Maler einen umfangreichen Zyklus >Männer ohne Frauen - Parsifala<, der vor kurzem durch neue Landschaften abgelöst wurde. Seit dem Beginn der 80er Jahre arbeitet der Künstler an Skulpturen.
In sechs Kapiteln werden bisher wenig gezeigte Werkgruppen vorgestellt. Diese repräsentative Auswahl verleiht dem Katalogbuch die Aussagekraft einer Monographie, die mit neuem Material über die bisher verfügbaren Publikationen hinausgeht. Hirmer



Kunstbücher